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Von Komplexität zu Kontrolle:
Steuerungsfähigkeit zurückgewinnen
Wie Vorstände in gewachsenen Datenlandschaften Steuerungsfähigkeit zurückgewinnen
Banken stehen heute vor einer paradoxen Situation: Trotz hoher Investitionen in Daten, Plattformen und Governance nimmt die Komplexität weiter zu. Neue Technologien kommen hinzu, regulatorische Anforderungen steigen, bestehende Systeme bleiben bestehen. Was eigentlich Transparenz und Effizienz schaffen sollte, führt häufig zum Gegenteil.
Für Vorstände wird Steuerung dadurch nicht einfacher, sondern anspruchsvoller.

Dr. Christian Pasold, Datron Consulting
Gewachsene Strukturen statt gestalteter Architektur
Die meisten Datenlandschaften in Banken sind historisch gewachsen. Fachliche Anforderungen wurden über Jahre hinweg punktuell gelöst, Systeme ergänzt, Schnittstellen erweitert. Jede Entscheidung war für sich genommen sinnvoll – im Gesamtbild entstand jedoch eine Landschaft mit hoher Abhängigkeit, Redundanz und Intransparenz.
Heute weiß in vielen Instituten niemand mehr vollständig, welche Systeme welche Daten liefern, welche Initiativen voneinander abhängen
und welche Auswirkungen Änderungen an einer Stelle an anderer Stelle haben.
Mehr Reporting schafft keine Kontrolle
Ein häufiger Reflex auf steigende Komplexität ist der Ausbau von Reporting und Gremien. Mehr Statusberichte, mehr Abstimmungen, mehr Kontrollschleifen. Doch Kontrolle entsteht nicht durch zusätzliche Informationen, sondern durch Struktur.
Wenn Organisation, Architektur und Governance nicht zusammenspielen, bleibt selbst detailliertes Reporting wirkungslos. Entscheidungen werden vertagt, Risiken zu spät erkannt, Abhängigkeiten erst sichtbar, wenn sie bereits zum Problem geworden sind.
Fehlende Klarheit kostet Zeit, Geld und Vertrauen
Unklare Verantwortlichkeiten und fehlende Transparenz wirken sich unmittelbar auf Kosten und Geschwindigkeit aus. Projekte verzögern sich, weil Abhängigkeiten unterschätzt wurden. Änderungen dauern länger, weil Auswirkungen nicht abschätzbar sind. Investitionen verlieren an Glaubwürdigkeit, weil ihr Beitrag zur Gesamtsteuerung nicht erkennbar ist.
Für Vorstände bedeutet das: Steuerungsfähigkeit geht nicht schlagartig verloren, sondern schleichend – mit jedem zusätzlichen Projekt ohne klare Einordnung.
Steuerungsfähigkeit entsteht durch klare Strukturen
Wirksame Kontrolle setzt nicht auf Vereinfachung um jeden Preis, sondern auf beherrschbare Komplexität. Entscheidend ist, dass Vorstände ein klares Bild davon haben, welche Initiativen strategisch relevant sind, wie sie zusammenwirken und wo gezielt eingegriffen werden muss.
Wirksame Kontrolle setzt nicht auf Vereinfachung um jeden Preis, sondern auf beherrschbare Komplexität. Entscheidend ist, dass Vorstände ein klares Bild davon haben, welche Initiativen strategisch relevant sind, wie sie zusammenwirken und wo gezielt eingegriffen werden muss.
Architektur, Organisation und Governance zusammendenken
Steuerungsfähigkeit entsteht dort, wo Architektur nicht isoliert als IT-Thema betrachtet wird. Sie muss Organisation und Governance integrieren und als Übersetzungsinstanz zwischen Strategie und Umsetzung wirken.
Erst wenn klar ist, wer wofür verantwortlich ist, welche Prinzipien gelten und wie Entscheidungen vorbereitet werden, wird Komplexität beherrschbar – und nicht zum Risiko.
Fazit: Kontrolle ist Führungsaufgabe
Vorstände gewinnen Steuerungsfähigkeit nicht durch mehr Detailtiefe, sondern durch Klarheit. Klarheit über Strukturen, Verantwortlichkeiten und Zusammenhänge. Banken, die diesen Fokus setzen, schaffen die Voraussetzung, um auch in komplexen Datenlandschaften handlungsfähig zu bleiben.
Kontrolle entsteht nicht durch zusätzliche Maßnahmen, sondern durch konsequente Führung der Gesamtarchitektur – strategisch, integriert und wirksam.
